Der Sportseeschifferschein

 

 

Ist einer der amtlichen deutschen Sportschifferscheine. Ausbildung und Prüfung ist abgestimmt auf das Führen von Yachten mit Motor und unter Segel in küstennahen Seegewässern. (alle Meere bis 30 Seemeilen vom Land sowie die gesamte Ost- und Nordsee, Ärmelkanal, Bristolkanal, Irische und Schottische See (nicht: Scotiasee), Mittelmeer und Schwarzes Meer).


Er ist zum Führen gewerblich genutzter Sportboote im vorgesehenen Fahrtbereich erforderlich. Die genauen Besatzungsvorschriften ergeben sich, wie auch beim Sportküstenschifferschein (SKS), aus der Anlage 4 der See-Sportbootverordnung und hängen unter anderem von der Größe des Schiffes und Dauer der täglichen Fahrt ab. Für den Fall einer nichtgewerblichen Nutzung eines Sportbootes ist der Schein freiwillig.


Voraussetzungen für den Erwerb
Gemäß § 6 Abs. 2 SportSeeSchV muss ein Bewerber folgende Voraussetzungen erfüllen:
>    Inhaber des Sportbootführerschein See
>    Alternativ Nachweis über:
>    1.000 Seemeilen auf Yachten mit der jeweiligen Antriebsart im Seebereich nach Erwerb des Sportbootführerscheins See als Wachführer oder

      dessen Vertreter, davon vor der theoretischen Prüfung mindestens 500 Seemeilen; oder
>    Mindestens 700 Seemeilen auf Yachten mit der jeweiligen Antriebsart im Seebereich nach Erwerb des Sportküstenschifferscheins, wobei die 700 

      Seemeilen erst bei der praktischen Prüfung nachgewiesen werden müssen; oder
>    Mindestens 700 Seemeilen auf Yachten im Seebereich nach Erwerb eines vor dem 1. Oktober 1999 vom Deutschen Segler-Verband e. V. ausgestellten

      BR-Scheins.

 

In ganz Deutschland werden jährlich etwa 500 Sportseeschifferscheine (SSS) ausgestellt.


Prüfung


Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Prüfungsteil.
>    Theoretische Prüfung
>    Schifffahrtsrecht inkl. Radarplotten (60 Minuten)
>    Seemannschaft (45 Minuten)
>    Navigation (alles außer astronomischer Navigation) (120 Minuten)
>    Wetterkunde (45 Minuten)


Die Prüfung im Fach Navigation ist eine Kartenaufgabe. Es müssen u. a. Gezeiten nach den Admiralty Tide Tables vorausberechnet und Fragen zur elektronischen Navigation beantwortet werden.
Das theoretische Wissen muss für jedes Fach freitextlich beantwortet werden.
Wenn der Bewerber nur zwischen 55 und 65 Prozent der Fragen korrekt beantwortet, ist in den betroffenen Fächern eine mündliche Zusatzprüfung abzulegen. Prüfungsfragen werden beim SSS nicht veröffentlicht.
Da die Prüfungen sehr umfangreich und die Vorbereitung entsprechend zeitaufwändig sind, können die Prüfungen in den vier Fächern an bis zu vier Terminen abgelegt werden.


Der Prüfungsstoff des SSS ist deutlich umfangreicher als der des SKS.

 

Praktische Prüfung
Der praktische Teil der Prüfung wird auf einer seegängigen Yacht durchgeführt und ist ebenfalls wesentlich umfangreicher als beim SKS. Die Prüfung umfasst neben dem Umgang mit dem Schiff unter anderem auch Radarkenntnisse, Seemannschaft, Besatzungsführung und Yachttechnik. Zwischen der theoretischen und der praktischen Prüfung dürfen maximal 36 Monate liegen. Auch der SSS kann alternativ in einer Variante nur unter Motor erworben werden.

 

 

 


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